Gönn (mir) mal lieber

Von Mark Twain stammt das Zitat: „Die Menschen tun viel, um geliebt zu werden. Alles aber setzen sie daran, um beneidet zu werden.“

 

Ist es nicht so, dass ein Kleinkind sich sehnlichst wünscht, dass die Eltern oder weitere Familienangehörige es loben, wenn es das erste Mal erfolgreich seine ersten Meter gegangen ist oder alleine Fahrrad fährt? Der erste Blick geht – nach erfolgreich gemeisterter Hürde – immer zu einer Bezugsperson, um anhand der Mimik den Erfolg feststellen zu können.

 

Genauso in der Schule. Hat sich nicht jeder von uns schon einmal über eine 1 gefreut und ist damit freudestrahlend den Eltern entgegengerannt, in der Hoffnung, dafür ein sattes Lob zu erhalten? Glaubst Du das Verlangen nach Anerkennung nimmt im Laufe des Lebens ab?

 

Ich denke nicht. Ich bemerke zwar, dass wir mit der Zeit zwar die Personen wechseln, von denen wir uns ein „Das hast Du gut gemacht. Ich bin stolz auf Dich.“ erhoffen, jedoch verändert sich der Wunsch nach Anerkennung für die erbrachten Leistungen nicht.

 

In meinem letzten Beitrag Fastenzeit – Fast nur Zeit für mich, habe ich Dich bereits gefragt, warum Menschen wie Du und ich freiwillig ihr gekochtes Essen, ihre erreichten Fitnessziele, ihre bereits gelesenen Bücher, ihre neuen Anschaffungen und ihr Familienleben preisgeben.

 

Weißt du die Antwort?

 

Klar! Um Anerkennung zu erhalten. Geld spielt natürlich auch eine gewisse Rolle, die nicht zu unterschätzen ist, aber das ist nicht bei jedermann der Fall. Manche machen das einfach so – just for fun. Oder eben nicht. Just for Selbstwertgefühl wohl eher.

 

Ich finde diese Tatsache nicht verwerflich und Kritik kann ich daran auch wenig üben, selbst wenn ich es vielleicht nicht ganz nachvollziehen kann. Ich habe selbst schon diverse selbstgezauberte Köstlichkeiten gepostet, jedoch frage ich mich bei diesen und anderen Beiträgen heute bereits wieder nach dem Sinn dieser Handlungen. Darum geht es doch auch gar nicht.

 

Wir sollten aufhören, uns an dem Lob/der Kritik anderer festzumachen.

 


Sicherlich ist es schön, solch eine Bestätigung zu erfahren, jedoch fände ich es toll, wenn Du aus freien Stücken etwas praktizierst, nur für Dich allein. Willst Du Dich beispielsweise gesünder ernähren, dann bitte nicht, damit andere sagen „Wow, schau mal wie gesund die/der sich ernährt. Das like ich gleich. Klasse Rezeptideen.“  Das ist zwar – wie bereits erwähnt – auch ein netter Nebeneffekt, allerdings wäre es schade, wenn das der einzige Beweggrund für Dein Handeln wäre.

 

Vielmehr fände ich wert hervorzuheben, wenn ich beispielsweise Smoothies ausprobiere, dass ich

- für meinen Körper etwas Gutes tue
- nicht träge werde und dabei auch noch gesund abnehmen kann
- bessere Haut bekomme
- andere Geschmäcker erfahre und
- allgemein weiß, ich habe Zeit für mich investiert, da ich darauf achte, wie ich meine Zellen versorge.

 

Da kann man sich doch auch einfach über sich selbst freuen und diese Momente genießen!

 

Übrigens ein Goldtipp das mit den Smoothies. Solltest Du Anregungen benötigen, frag Dr. Google oder gerne auch mich.

 

Motiviere Dich, Dir täglich Gutes zu tun, ohne dafür Anerkennung zu erhalten!

 


Meistens wächst man in irgendeiner Art jeden Tag über sich hinaus
– viele zumindest :) Das muss man doch auch für sich selbst als Fortschritt feiern.

 

Wen braucht man dann dafür noch?

 

Das Ergebnis liegt ja direkt vor einem und wenn man sich selbst damit eine Freude bereitet hat, gewinnt man doch auf ganzer Linie oder?

 

Ich schreibe das hier ebenfalls nicht einfach so dahin, damit ein neuer Blogbeitrag entsteht, für den ich im Umkehrzug gelobt werde. Wer mein Buch gelesen hat, weiß, dass mir das ganz und gar egal ist, wer mich gut findet und wer nicht.

Ich philosophiere und schreibe, um die Menschen mit meinen Gedanken zu animieren, sich ihre eigenen zu machen – egal, wie diese aussehen mögen.

Das liebe ich an meiner Arbeit. Das tun zu dürfen, gibt mir das nötige Gefühl, weiterzumachen. Ich habe auch viel an mir gezweifelt. Nicht nur früher, sondern auch jetzt immer mal wieder. Das geschieht automatisch, da man ohne Reflexion sich nicht weiterentwickeln kann. Die ist nur nicht immer leicht, wenn einem keinerlei Feedback entgegengebracht wird und man durchweg selbst entscheiden muss, ob man wohl richtig liegt oder nicht.

 

Leider erlebe ich zwei Extreme sehr häufig.

 

Die einen überschütten einen mit Anerkennung, schreiben ihr ehrliches Feedback unter etliche Beiträge verschiedenster Personen und hängen sich teilweise fanatisch an die jeweiligen Menschen, wie mir berichtet wurde.

 

Im Gegensatz dazu existieren diejenigen, die stumm überall alles mitverfolgen, sich selbst Ideen von anderen sammeln und dann alles gemixt einige Zeit später als ihr eigenes Werk präsentieren, bei dem sie nicht viel Können mitbringen mussten, außer fremdes Gedankengut zusammenzuflicken und es neuverpackt zu präsentieren. Genial oder? So spart man sich Arbeit und sogar das Denken.

 

Ich komme während ich diese Zeilen verfasse, mal wieder nicht zum Punkt, ohne in meinen eigenen Gedanken zu stolpern. (Manche kennen das ja bereits von mir.)

 

Im Grunde ist es gar nicht so schwer, aber für einige anscheinend doch, einfach "danke" zu sagen oder "Hey, ich find cool, was Du machst." oder auch mal negative Kritik loszuwerden, wie "Ich bin nicht Deiner Meinung, respektiere sie aber und hätte noch einen Anreiz dazu."

 

Warum ist das nur so?

 

Ich habe darauf wirklich sehr zahlreiche Antworten, da ich so allerlei Ausflüchte und stammelnd vorgetragene Erklärungen diesbezüglich gehört oder miterlebt habe. Ehrlich erschienen mir hierbei die wenigsten.

 

Es ist wohl die bekannte Todsünde des Neides, die manche von uns hemmt, einfach anderen Menschen Balsam für ihre Seele zu spenden.

 

 

Wozu anderen etwas neiden?

 

 

Arthur Schopenhauer schrieb einst: "Neid ist dem Menschen natürlich: dennoch ist er ein Laster und Unglück zugleich. Der Neid der Menschen zeigt an, wie unglücklich sie sich fühlen; ihre beständige Aufmerksamkeit auf fremdes Tun und Lassen, wie sehr sie sich langweilen. Wir sollen daher ihn als den Feind unseres Glückes betrachten und als einen bösen Dämon zu ersticken suchen."

 

Von was haben wir denn zu wenig? Klar, Geld ist immer knapp – zumindest bei dem prozentual höheren Teil meiner Bekanntschaften.

 

Aber sonst, was fehlt uns?

 

Geradezu jeder, der mir den Weg kreuzt, hat ein neues Smartphone, hat gepflegte Kleidung, warme Schuhe, eine Mütze, ein Fahrrad, einen TV, Internet, kann Hobbys nachgehen, manche haben ein Auto andere fliegen sehr häufig in den Urlaub.

 

Gibt es etwas, dass dir persönlich so sehr fehlt, dass Du es einer anderen Person neiden musst?

 

Selbst wenn mir eine vollständige Gesundheit fehlt, bin ich froh, dass ich bis dato meinen Verstand benutzen, mich bilden, mich mit anderen unterhalten, Emotionen empfinden, Musik hören , die Natur bewundern oder einfach nur einmal die Stille genießen kann.

 


Das ist doch so ein großes Geschenk!

 


Und keiner wird von mir deshalb beneidet, auch wenn ich mich bei manchen frage, warum viele ihr Potential nicht ausschöpfen, obwohl sie die nötige Energie dazu bereits besitzen. Das ist für mich ein Rätsel.

 

Trotzdem kann ich doch auch anderen sagen, dass sie toll zeichnen können. (Ich selbst zeichne ganz gut, wie ich finde und bewundere dennoch andere für ihre Leistung.) Es ist doch beispielsweise auch klasse zu sehen, wie Kinder heutzutage die Schule meistern, wie Kollegen befördert werden, manche Menschen große Geschenke von ihren Liebsten erhalten, sich gesund ernähren, tolle Texte schreiben :) oder einfach Mutter und Vater sind. Das ist doch wundervoll! Das darf doch jeder von uns erleben, obwohl wir selbst gerade nicht an der Reihe sind. Warum dann auch nicht diese Personen wissen lassen, dass man sich für sie freut?

 


Was ich versuche mitzuteilen, wird langsam schlüssiger. Vielmehr gibt es auch dazu nicht mehr zu schreiben.

 

Ich möchte nur nochmal zusammenfassen, was mir so wichtig wäre, Dir als kleine mini Aufgabe mitzugeben.

 

  • Achte doch mal darauf, wie oft Du negative Umstände anderer Menschen kommentierst und wie häufig die positiven.
  • Beobachte Dich dabei, in welchen Momenten Du Dir von wem Anerkennung für Dein Handeln wünscht und eventuell sogar Deine zukünftige Laune daran festmachst.
  • Informiere Dich zumindest 10 Minuten über die Wirksamkeit grüner Smoothies. ;)

Vielleicht kannst auch Du in deinem Verhalten noch das ein oder andere optimieren. Wer weiß.

 

 

Wir sollten uns alle in positiver und negativer Kritik üben, und zwar nicht nur im Empfangen, sondern auch im Geben, denn wir sind alle gleich.

 

Wir sind Menschen, die auf dem selben Planeten leben und jeder versucht auf seine Weise, sein Leben zu meistern. Alleine das sollte für ein bisschen Anerkennung schon genügen. Gönnen wir auch anderen etwas Gutes – und zwar mit dem selben Gefühl, das wir verspüren, wenn ein Bösewicht, seine gerechte Strafe erhält.

 


Denk mal drüber nach und nicht vergessen – Ein bisschen Philosofie schadet nie :)

 

 

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