REISEFIEBER

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by Marie Schwarz



#reisefieber macht sich breit.
Ich muss sagen, dass für mich die schönsten Urlaube bisher die waren, wo ich eigentlich überhaupt keinen Plan hatte. Keine Unterkunft - oder nur die ersten Tage -, keine Sightseeing-Tours, keine Touri-Spots, sondern viel mehr hinfahren und dabei schon Spaß haben und Vorfreude verspüren, ankommen, sich akklimatisieren. Und dann einfach nur das machen, was einem gerade in den Sinn kommt. Nur das essen, was man möchte. Nichts Erzwungenes unternehmen. Keine Gruppendynamik. Nur Urlaub - sowohl für den Kopf, als auch für die Seele.

Manche empfinden so enormen Freizeitstress in ihrer freien Zeit, dass sie so gut wie keine Sekunde genießen können, da sie nur von einer Attraktion zur nächsten rennen.

Ich möchte vielmehr herausfinden, wie die Einheimischen an dem jeweiligen Ort leben und nur ein Mensch sein – und selbstverständlich auch als solcher wahrgenommen werden. Keiner soll sich Umstände machen müssen. (Wenn ich im Hotel dafür zahle, ist es was anderes, aber darum geht's gar nicht.) Wichtig ist auch die Möglichkeit, einfach weiterziehen zu können oder sogar nach Hause fahren zu können, falls es einem nicht gefallen sollte. Das geht bei All-inclusive nicht so easy.

Der Wunsch kommt daher, da verschiedene Umstände, die gesunde Menschen oftmals gar nicht wahrnehmen, den Gesundheitszustand erheblich beinträchtigen können, wie beispielsweise Zigarettenrauch, Schimmel, zu trockenes Raumklima, heiße Räume im Sommer, Räume mit Zugluft, Fußbodenheizung, Lärmbelästigung und weitere Einflüsse, die sehr viel Schaden anrichten können. Früher war das alles nicht so extrem. Das hat sich – wie bei vielen chronisch Kranken – mit den Jahren verändert. Ich bekomme schon bei den geringsten Stresszuständen Fieber. Gerade die Ungewissheit, welche Zustände beim nächsten Urlaub wieder zu ertragen sein könnten und welche Medikamente beispielsweise alle für Notfälle dabei sein müssen, macht hochsensiblen Menschen (kurz: HSP – Highly Sensitive Person) manchmal sehr zu schaffen. Ich spreche hier nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern habe diese Infos selbstverständlich von Betroffenen selbst erhalten.

Leider kann auch nicht bei allen Menschen davon ausgegangen werden, dass sie sich von den unausweichlichen Umwelteinflüssen wieder erholen. Wenn das Immunsystem, wie in meinem Falle, sehr geschwächt ist, kann schon die kleinste Veränderung des alltäglichen Ablaufes erhebliche Folgen auf das Nervensystem haben. Es Bedarf sehr viel und harter Arbeit, sich so zu disziplinieren, dass man stets ruhig bleibt und nicht eskaliert. Menschen, die wie ich agieren, meinen es nicht böse, sondern wollen vielmehr Aufklärungsarbeit leisten, anstatt einen Rat oder Hilfe zu erhalten. Es nützt dennoch nichts, wenn – zumindest für behinderte Menschen – Existentielles nicht von anderen Menschen nachvollziehbar ist.
Hier versuche ich anderen Menschen, denen es speziell wie mir geht, M U T zu machen und zu M O T I V I E R E N ! Geh Deinen eigenen Weg und lass Dich nicht beirren. Du spürst es tief in Deiner Brust, dass es Zeit ist, die Wahrheit zu sagen. Gib Deinen Mitmenschen die Möglichkeit Deine Welt zu verstehen. Wenn sie dies nicht annehmen, dann sei nicht böse. Vielleicht ist hier eine unsichtbare Schranke eingebaut, die keine negativen Nachrichten bei den Mitmenschen zulässt. Das passiert nach einer gewissen Zeit bei einem Großteil völlig automatisch. Wir konditionieren uns mit solchen Verhaltensweisen selbst. Sei ehrlich zu Dir selbst und wenn Du Dir absolut sicher bist, dass Du Dich gefunden hast und Deine Situation fast schon fachmännisch einschätzen kannst, dann gib Dein Wissen anderen mit. Du kannst jedoch keinen dazu zwingen es zu verstehen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es sehr kräftezehrend sein kann, gerade nahestehenden Personen begreiflich zu machen, was da so hinter einem, eher unscheinbaren Äußeren verborgen liegt. Für die Betroffenen bedeutet dies oftmals sehr großes Leid, welches sie die meiste Zeit mit sich selbst ausmachen, jedoch trotzdem dafür von anderen respektiert werden möchten, dass sie das ganze Spiel des Lebens mit viel weniger Energie starten und leider keine neuen Medi-Packs erscheinen, mit denen man sich aufladen kann, sondern fast ausschließlich gegenteilige Umstände auftreten, die sich summieren, bis man völlig am Ende ist.
Leider beachtet auch niemand – sollte ein Partner vorhanden sein – was die nächsten Bezugspersonen erleiden, wenn sie sehen, dass so unfair mit der Behinderung umgegangen wird und das Leben sehr erschwerlich für den eigenen Partner ist. Es gibt auch viele sehr junge Menschen, die gerade die erste große Liebe gefunden haben und verzweifelt sind, weil sie nicht wissen, was los ist und die Unwissenheit – gerade am Anfang – sehr große Angst machen kann. Ich möchte in Zukunft genau diesen Menschen einen Halt bieten. Mit meinen Worten kann ich meine Ansichten und meine Erfahrungen teilen und andere Menschen können davon profitieren. Wenn auch Du durch eine schwere Zeit gehst, fasse durch meine Zeilen wieder Mut, wenn er Dir gerade abhanden gekommen sein sollte. Ich habe sehr viele chronisch kranke Menschen kennengelernt, die sehr traurig waren über den Zustand, dass sie offensichtlich niemand versteht. Wir alle sind Helden und auch unsere engsten Vertrauten kämpfen mit uns den Kampf gegen unfaire und zunehmend katastrophaler werdenden Bedingungen. Wir dürfen den Kopf nicht hängen lassen. Das sind wir uns selbst schuldig, da ja nicht alles umsonst gewesen sein soll. Teile Deine Erfahrungen, erwähne vielleicht, dass ich Dich dazu motviert habe, wenn es so sein sollte :) und schreib Dir von der Seele, was Dir widerfährt. Du kannst damit anderen helfen, die nicht so mutig sind und sich aktiv Hilfe suchen oder die genügend Geld haben, alle möglichen Selbsthilfebücher zu kaufen und durchzuarbeiten.

Die Menschen, mit denen ich auf jeden Fall meine #qualitytime verbringe, sind mir am wichtigsten – nicht primär die Orte oder welchen Komfort ich gebucht habe. Das kann wirklich jeder nachahmen, wie ich auf meinen Reisen immer mehr festgestellt habe. Die Erlebnisse sind entscheidend. Bestimmte Gerüche, Geschmacksexplosionen oder andere Highlights machen für mich einen perfekten, unvergesslichen Urlaub aus, an den ich immer wieder gerne zurück erinnert werde. Manches Mal lassen sich auf bestimmten Reisen Freunde finden, manchmal auch nette Bekannte, die man gerne ein zweites Mal wiedersehen möchte. Danke für jeden, der noch G A S T F R E U N D S C H A F T lebt. Bleib so, wie Du bist. Egal, ob Du anders als ich bist oder ich anders als Du. Am Ende wollen wir alle nur L E B E N.


#myphilosofie #lebenstattleiden
©Photo&content : Marie Schwarz

Einen wundervollen Tag und nicht vergessen:

 

Ein bisschen Philosofie schadet nie! ;)

 

 

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