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#sinnfrei

Copyright Foto J.S.Schwarz Wiesn Oktoberfest abends

 by Marie Schwarz

 

 

 

#münchensfünftejahreszeit

Nicht mehr lang, dann verwandelt sich die Stadt wieder in ein Paradies für Partywütige und Lustmolche. Ich liebe die Stadt (Kennst Du bereits mein Gedicht an München?), ich liebte auch mal die #wiesn, aber noch mehr liebe ich mich selbst.

Es is nimma wias a moi fria war! Do wars scheena!
Und dabei bleib ich. Ich habe bereits direkt neben dem Oktoberfest gewohnt und habe es ganz und gar nicht geliebt, wenn jeden Tag Exkremente und Erbrochenes vor der Haustüre vorzufinden waren. Pfui deifi!

Natürlich habe ich mitgefeiert, doch die exzessiven Zeiten sind für mich vorbei. Alkohol habe ich eh nie vertragen, da wohl ein Gendefekt bei mir einen Abbau über die Leber quasi unmöglich macht und somit nur mehr Leid als Freud geerntet werden konnte und ohne war es insgesamt einfach unerträglich dort für mich. (Wenn Du übrigens mehr über den Gendefekt erfahren möchtest, habe ich hier für Dich einen interessanten Link von meinem Lieblingslabor in Berlin. Dort steht genau beschrieben, wie so ein Gendefekt herauszufinden ist.)

Leider musste ich mir in der Vergangenheit sehr oft anhören, dass ich mich nicht so haben soll und mich aufraffen soll zum Feiern. Ich war wirklich eine Zeit lang eine kleine Partymaus und eigentlich auf keinem Event wegzudenken. Die Problematik war jedoch immer, dass ich mich so gut wie jedes Mal übernommen habe.
Ich lag nach einer Partynacht auch schon mal drei Tage flach – und das bereits mit 20 Jahren und auch schon früher, wenn ich mal getrunken habe. Meine Mutter dachte dann meist, dass ich literweise Bier oder Spiritousen in mich reingeschüttet habe, doch stattdessen war dies oftmals gar nicht der Fall. Es gab Tage, an denen hat bereits ein kleines Gläschen genügt und mir ging es fürchterlich und ich musste nach Hause. Oft musste ich mich übergeben, auch wenn ich nicht viel getrunken hatte. Es war wirklich jedes mal ein Kampf.

Gerade mit der Migräne – die bekannterweise in den Ruhephasen ausbricht – war es doppelt und dreifach schwer. Es gibt wirklich Menschen, die haben NIE Kopfschmerzen und auch nie sowas wie einen Kater (Zumindest behaupten sie das). Naja, ich habe sie halt und vertrag eben auch kein Alkohol. Weiter im Text.
Um schnell eine Lösung zu finden, habe ich mir einfach eine Ibuprofen-Tablette eingeworfen und gefährlicherweise dazu alkoholische Getränke getrunken. Dies hätte schlimme Magenblutungen oder noch schlimmere Folgen nach sich ziehen können.

Leider wurde ich aus ärztlicher Sicht nie genug diesbezüglich aufgeklärt, dass man mit NSAR (Nichtsteroidale Antirheumatika), die sogar zu den meistverkauftesten Arzneimitteln in Deutschland gehören, besonders aufpassen muss, wenn man gleichzeitig Alkohol konsumiert. Keiner hat mir gesagt, welche Risiken bestehen und dennoch musste ich in jeder Praxis alles erzählen und auch Fragen beantworten, die mein Verhalten offenlegten, wie etwa ob ich Alkohol getrunken habe.
Alles ein sehr schwieriges Kapitel, da ich von dem angeblichen Gesundheitssystem sehr enttäuscht wurde.


Mein Ratschlag deshalb an Dich: Bitte nie Alkohol und Tabletten kombinieren. Bitte niemals nie machen. Es ist einfach nur eine doofe Idee.


Was stattdessen tun?
Sich zurücknehmen und einfach etwas anderes planen. Es gibt sooooo viele Alternativen zu einem Besuch auf dem Oktoberfest oder einer Disko. Es gibt auch sooo viel mehr Getränke als Alkohol. (Hier geht's zu meinem Blogpost Marie testet ein Leben ohne Alkohol)

Auf sich selbst zu achten ist das A und O. Wenn Du jedoch gerade noch im Jugendalter alles austesten möchtest, ist es schwer gegen diesen Freiheitsdrang anzukommen. Alles Neue reizt und die Erfahrungen wollen in einem jungen Leben ja erst gemacht werden.
Dennoch gebe ich Dir den Tipp mit, immer Deinen Körper an die erste Stelle zu setzen. Du hast nur diesen einen und mit dem musst Du noch eine ganze Weile klar kommen. Wenn Du ein paar Jahre älter bist, merkst Du erst den Verschleiß. Bis Mitte 20 ist davon noch nicht allzu viel zu spüren. Aber danach geht es um einiges schneller – Ist übrigens mittlerweile nachgewiesen worden.

Ein paar Tipps für Partymuffel und chronisch Kranke, um dem Feier-Wahnsinn zu entgehen:

 

  •  Hab zu erst einmal keine Angst zu sagen, dass Du schlicht und ergreifend keine Lust hast zu feiern oder Alkohol zu trinken. Gerade die jüngere Generation scheint hier auch ein wenig aufgeklärter zu sein als wir damals.
  • Achte auf Deinen Körper und hab ihn lieb. Klingt komisch, ist aber ganz natürlich, sich selbst zu schützen, um noch möglichst lange ein unbeschwertes oder unbeschwerteres Leben zu führen.
  • Lass Dich nicht unter Druck setzen. Wenn das jemand macht, schalte Dein Handy aus. Du wirst in Deinem Leben noch einige dieser Situationen haben und hinterher merken, dass absolut nichts passiert, wenn Du nicht auf jeder Party Deine Tanz-Skills präsentierst.
  • Such Dir wirklich neue Freunde, wenn die, mit denen Du täglich zu tun hast, kein Verständnis dafür haben, dass Du chronisch krank bist und einfach nicht KANNST. Es ist nicht Deine Schuld und vielleicht können die anderen sich einfach nicht in andere hineinversetzen. Ich verspreche Dir, dass Du passende Freunde finden wirst. Es gibt auf dieser Erde derzeit rund 7,6 Milliarden Menschen und auch für Dich gibt es darunter einen Freund oder eine Freundin.
  • Schreibe Dir eine Liste zusammen, auf der Alternativen stehen, die Du jedesmal verwirklichen kannst, wenn Du mal wieder in so einer Situation bist. Da könnten dann Dinge stehen, wie "Ein Bad nehmen", "Minigolf spielen gehen", "Gitarrenskills verbessern", "Billard oder Bowling spielen gehen", "einen meiner must-be-seen-movies ansehen", usw.
  • Lerne auch mental damit klarzukommen, dass Du nicht so bist wie andere und nicht alles mitmachen kannst. Sag Dir immer wieder, dass das nicht schlimm ist und Du andere nicht absichtlich enttäuschst, sondern sie viel mehr Dich enttäuschen, wenn sie Dich mit Deiner Situation alleine lassen und Dich ausschließen.
  • Spare das Geld, welches Du normal bei solchen Veranstaltungen ausgibst in einer Spardose für Deinen nächsten Urlaub.
  • Beachte, dass Du niemanden dafür kritisierst, dass er sich das Vergnügen dennoch nicht nehmen lassen möchte. Du bist Du und jeder andere Mensch ist er selbst. Du entscheidest für Dich und Deinen Körper und andere sollen dasselbe für sich tun. Du kannst natürlich versuchen aufzuklären oder meinen Artikel zu teilen, doch übetreibe es nicht. Es bringt einfach nichts. Finde wirklich heraus, wer Dich versteht und wer nicht und rechtfertige Dich nicht vor jedem. Das hat noch nie zu was geführt – vor allem, wenn Du einen Anruf mitten aus dem Bierzelt erhältst, in dem Dir nur entgegengebrüllt wird, dass es laut ist, derjenige nichts versteht und Du einfach kommen sollst.


Wenn das alles nichts nützt und Dich trotz der vielen Worte niemand versteht, sag der Person einfach "Möge der Bierschiss mit Dir sein". Danach sollte alles klar sein. :)

Ich hoffe, ich kann Dir damit etwas weiterhelfen.


Weitere Gedanken zum Oktoberfest, um den Faden nicht gänzlich zu verlieren. :)

Nach einem sehr intensivem Alkoholkonsum auf der Wiesn sind sehr viele Menschen – besonders Männer – sehr übermütig und aufdringlich. Ich habe das ganze Schauspiel wirklich oft mitangesehen und bin mir sicher: Ich möchte weder angegrapscht noch angesprochen werden und das ist dort so gut wie unmöglich. Nicht einmal in einem Kartoffelsack gekleidet würde das gelingen. Gemütlich am Nachmittag ein Hendl ist für mich auch nimma drin.

Ich finde den Konsum an Fleisch und Bier nicht zeitgemäß und verantwortungslos.

Mir fällt hierzu immer ein Bild von #hieronymusbosch ein. Es heißt "Das Narrenschiff" und spiegelt meines Erachtens die Szenerie des Oktoberfestes perfekt wider. Ich kann nur empfehlen, es mal zu betrachten. Hängt im #louvre in Paris.
Auf diesem ist zu sehen, dass sich selbst der Narr von dem Verhalten der maßlosen Bootsinsassen distanziert.

Es mag pessimistisch klingen, doch das macht mir nichts. Ein Arthur Schopenhauer ist mit dem Stempel eines Gesellschaftspessimisten auch klargekommen.
Auch ich benötige von Zeit zu Zeit ein Ventil, um Gedanken wie diese als Gesprächsstoff weiterzugeben und vor allem möchte ich wenigstens auch über meine Fehler berichten, damit nicht andere die selben in Zukunft machen. Einige Fehler muss dennoch jeder für sich selbst begehen, doch es gibt ein paar, die definitiv vermieden werden könnten und meiner Meinung auch sollten.


Wie siehst Du das? Ist Party, Saufen, Fremdgehen noch gesellschaftsfähig in Deinen Augen oder löst dieses Verhalten eher Fremdschäm-Alarm bei Dir aus? Hast Du bereits mal über die Stränge geschlagen und auch mal Tabletten und Alkohol gleichzeitig konsumiert?


Ich denke heute – um das ganze final abzurunden –, dass mein Geld in andere Dinge besser investiert ist. Dennoch viel Spaß denjenigen, wenn es wieder heißt #ozapftis

Einen schönen Samstag!
Marie

 

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(Justus Jonas, Humanist)

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