Warum vertrauen wir Politikern?


Schon immer gehört die Politik auch zu den Themen der großen Philosophen. So schrieb Aristoteles :"Alle politischen Geschäfte laufen darauf hinaus, über Andere zu regieren."

 

Zu keiner Zeit kam mir die Frage, warum wir Politikern eigentlich vertrauen, häufiger in den Sinn. Möglicherweise, weil ich mich früher nicht übermäßig viel mit Politik beschäftigt habe, was für mich ganz klar an dem Versagen einiger Lehrkräfte – oder meinetwegen Lehrpläne – gelegen haben mag. Die Fakten, die mir in der Schule damals über Politik vermittelt wurden, haben nicht viel mit dem von mir heute Erlebten am Hut.

Politik bedeutet nicht, über fremde, große Personen zu reden, die sich alle zum Ziel gemacht haben, über andere hinweg Gesetze zu beschließen, sondern hier geht es um Dich und mich! Ich hoffe, dass sich die Lehrpläne hierzu verbessert haben.

 

Politik betrifft uns alle, egal wo wir herkommen und es wäre in meinen Augen enorm wichtig, Heranwachsenden nicht etwa trockene Strukturen im System zu erklären, welche jeder nach der nächsten Ex oder Schulaufgabe wieder vergessen hat, sondern hier geht es um die Fragen, die uns alle beschäftigen. Kinder sollten ihre Anliegen mitteilen, insofern das Bewusstsein dafür bereits besteht. Jugendliche sollten ihre Ängste vor der Zukunft äußern dürfen. Sie sollten zu Wort kommen, um über die Zustände in den Schulen zu berichten und auch Lösungen für bestehende Probleme von den Erwachsenen fordern dürfen, da sie diejenigen sind, die letztendlich mit heute getroffenen Entscheidungen in Zukunft konfrontiert werden.

 

Ich bin der Meinung, dass es zwar nicht möglich ist, mit Politik alle ganz und gar zufriedenzustellen, jedoch könnte sehr Vieles weitaus mehr – als es gerade der Fall ist – für die einzelnen Menschen optimiert werden. Damit auch alle Anliegen gehört werden, ist es wichtig, zumindest als Erwachsener (gerade im Rentenalter) sich regional politisch zu beteiligen und nicht abends die Tagesschau anzusehen, um sich mal wieder darüber zu empören, was andere so von sich geben und dass sich nichts ändere. So wird garantiert nichts besser.

 


Das mal als Einführung. Die Überschrift fragt schließlich danach – auch aus aktuellem Anlass hervorgerufen –, warum wir den Politikern eigentlich vertrauen.

 

Eine mögliche Antwort könnte sein, dass sie für manche Menschen Führungsstärke ausstrahlen (Was ich in meiner Wahrnehmung nicht durchgehend feststellen kann). Für wen strahlt es denn bitte Führungsstärke aus, wenn die Meisten übergewichtig, blass, mit schlechten Zähnen und Haarausfall ausgestattet, große Reden schwingen, die sie von Zetteln ablesen?

Müssten da nicht mental und körperlich fitte Menschen stehen, die nur so nach Motivation schreien und einen Plan aus der Tasche zaubern, der zumindest für die meisten in der Gesellschaft das alltägliche Leben verbessern kann? Das mag oberflächlich klingen, jedoch kann ich mich persönlich mit den meisten "großen Köpfen" nicht identifizieren.

 

Müssen wir uns so einen Politiker erst verdienen?

 

Haben wir mit dem doch sehr passiven Verhalten der Mehrheit keinen anderen verdient?

 

Natürlich möchte ich den Job an sich nicht als einfach bezeichnen. Ganz und gar möchte ich das nicht. Nur frage ich mich, wie die Intention der einzelnen Köpfe war, als sie in die Politik eingetreten sind. Vertreten sie diese auch heute noch? Wenn nein, was hat ihre Meinung verändert?

 

Eine andere Frage, die ich mir stelle, lautet, warum muss man sich dort auf dem klassischen Wege hocharbeiten muss? Ist es denn verwerflich, wenn manche „Quereinsteiger“, die nicht die selbe Laufbahn des Politikers durchlaufen haben, aus beispielsweise hohen Firmenposten kommen, die sie sich ebenso erarbeitet haben?

 

Da liegt wohl auch ein Problem. Die, welche nicht schon in jungen Jahren das Politikerblut in ihren Adern gespürt haben, haben wenig Vertrauen bei den Menschen, da keiner mit Sicherheit weiß, ob sie rein – aus beispielsweise wirtschaftlichen Interessen – einen hohen Rang in der Politik ergattern möchten, um Einfluß zu haben. Macht. Geld.

 

Meine Frage jetzt: Woher weiß einer von uns sicher, dass diese Langzeitpolitiker nicht die selben Interessen durch Lobbyarbeit vertreten und gar nicht mehr am Wohl der Gesellschaft interessiert sind, da sie selbst ja umfangreich abgesichert sind?

Da müssten doch mehr Menschen mitten aus dem Leben dazu geholt werden oder? Zumindest – und das wäre für mich das Allermindeste – sollten Eilappelle, wie auf campact oder change.org veröffentlicht, erhört werden!

 

Ist es nicht gewollt, da Geheimnisse nicht für die Ohren der breiten Masse bestimmt sind und wir nicht mündig genug sind, zu entscheiden, was für das Gemeinwohl nützlich wäre und was schädlich?

 

 

Ich denke, wir vertrauen den Politikern in diesem Land, weil wir die Verantwortung abgeben möchten. Ich schließe mich da natürlich teilweise mit ein. Wer will schon die Entscheidung darüber fällen müssen, ob

  • Schulen saniert werden müssen,
  • der Lehrplan überarbeitet,
  • alle sozialpädagogischen oder pflegende Arbeitskräfte mehr Lohn erhalten sollten, um überhaupt noch eine Motivation zu verspüren, in die Arbeit zu gehen und sich dem Risiko multiresistenter Keime auszusetzen, dazu Leid und Elend zu sehen und dies psychisch auch zu verarbeiten,
  • oder gesundheitsschädigende Pestizide auf unsere Lebensmittel verteilt werden, um gänzlich alles an Insekten auszulöschen, die so wichtig für uns alle sind?

Natürlich gibt es auch weitaus schwierigere Fragen beispielsweise, was die Verteidigung unseres Landes betrifft, wobei sich hier alle einig sind, dass weitaus mehr als die 37 Milliarden in 2017 für den Verteidigunsetat zur Verfügung gestellt werden müsse.

 

Was aber ist denn bitteschön so schwer daran, zu den zuvor genannten Themen Stellung zu beziehen und auch endlich zu handeln?

 

 

Muss man sich das gefallen lassen, in einem Land zu leben, in dem der Umweltschutz egal ist und wir tagtäglich Stickoxide einatmen, die uns folglich töten können?

 

Wer hält denn dafür seinen Kopf hin? Was passiert mit den Menschen, die diese Entscheidungen fällen? Nichts! Und wir sollen nun in Bayern beispielsweise von unseren Steuergeldern 4000 Euro Zwangsgeld bezahlen, da zum zweiten Male in Folge kein Lufthaltunsplan vorgelegt wurde und das Gericht sich nicht traut, der zuständigen Umweltministerin Zwangshaft zu verordnen. Erste Frage: Warum ist das nur so wenig Geld? Zweite Frage: Warum müssen wir das bezahlen? Wer hat sie denn gewählt und diese Entscheidung getroffen?

Wer zu diesem Thema mehr erfahren möchte, klickt einfach mal hier rein. Dort wartet ein Beitrag von 5:49 Länge der Sendung Markt vom 21.02.18. Hinterher kann man sich ja seine eigenen Fragen dazu stellen.

 

Bei Markus Lanz habe ich gestern von Ranga Yogeshwar erfahren, dass es in anderen Ländern wie China sogar Apps gibt, die Menschen warnt, an welchen Tagen die Belastungen besonders hoch sind und ob sie sich mit Atemschutzmasken auszustatten haben. Diese Werte waren teilweise nicht mal so hoch wie hier! Was wird für uns also getan? Reichen 6000 bestätigte Tote jährlich in Deutschland nicht, um zu handeln? Viele sterben vielleicht nicht und haben dennoch erhebliche, gesundheitliche Beeinträchtigungen dadurch. Es gibt Studien, dass Nanopartikel im Autoabgasen bestimmte Viren aufwecken und Infektionen hervorrufen. Wusstest Du das?

 

Informier Dich!

 

Jeder von uns kann eine bewegende Kraft sein. Du bist die bewegende Kraft!

Zeig der Welt, dass Du Dich nicht nur mit schönen Dingen, die ablenken, beschäftigst, sondern, dass Du auch dafür eintreten möchtest, dass jeder ein Recht auf diese Annehmlichkeiten hat! Auch durch aktuelle Gesetze dürfen wir uns nicht aufhalten lassen, das zu sagen, was wir denken. Das ist unser Recht auf freie Meinungsäußerung. Da diese leider massiv versucht wird, einzuschränken, finde ich es gerade jetzt wichtig, Klartext zu sprechen und zwar egal wo. Es ist auch wichtig, selbst Verantwortung für sein eigenes Handeln zu übernehmen und sich beispielsweise fragen, ob man denn dringend ein Auto benötigt.

 

Auch wenn es hart ist, mal zur Rechenschaft gezogen zu werden, wenn man eine ungute Wahl getroffen hat, ist es doch trotzdem lohnenswert, es versucht zu haben. Wir brauchen junge Menschen, die aufstehen und sich gemeinschaftlich über die Gegenwart und die Zukunft in unserem Land und der Welt Gedanken machen. Ich muss dabei auch erwähnen, dass ich mehr ganz junge Menschen, die nicht einmal wählen dürfen, erlebe, die aktiv werden. Gerade in meinem Alter scheint jedoch die Familienplanung, die Karriere oder nicht-ausgelebte Exzesse wichtiger zu sein, als sich politisch zu informieren und auch zu engagieren. Auch wenn es böse klingen mag, aber ein bisschen Fairtrade hier und Bio dort und weniger Plastik da, werden nicht dafür sorgen, dass wir im Alter nicht in Armut Flaschen sammeln müssen, überhaupt noch atmen können oder nicht schon alles durch Kriege zerstört wurde. Ich bin genauso mit meinen Grüne-Welt-Gedanken unterwegs, doch muss das ganze mal konkretisiert werden.

 

Sollten diesen Beitrag mal junge Politikköpfe lesen, bitte werbt weiter neue Mitglieder an und zeigt, was ihr so drauf habt und was ihr verändern wollt. Ihr seid die Zukunft und wir brauchen euch mehr denn je! Ich verfolge aufmerksam unterschiedlichste Stimmen von Heranwachsenden und viele davon überschneiden sich mit meiner Wahrnehmung, wenn wir beispielsweise von den psychischen Belastungen in den Schulen ausgehen. Hierzu kam erst vor ein paar Tagen ein sehr interessanter Beitrag bei "Leschs Kosmos", nämlich "Durchgefallen? Schule auf dem Prüfstand." Dieser ist auf jeden Fall auch sehr empfehlenswert, gerade weil er die Überforderung junger Menschen aufzeigt und erklärt, warum sie nicht noch viel Bock haben, sich mit Politik in ihrer Freizeit zu befassen.

 

Ich habe gelernt, dass man das Vertrauen einfach in sich trägt und es bei vielen wohl manipuliert wurde. Nur so kann ich mir erklären, dass nicht alle Leute auf die Straße gehen und protestieren. Ich vertraue mir und kann als Tipp nur mitgeben, allem mit Skepsis zu begegnen, dem man nicht traut.

 

Am besten ist es, wenn auch Du Dir selbst vertraust. Anderen kann man zuhören, sich seine Meinung bilden und dann prüfen, ob man den Inhalten der Worte, verbunden mit den dazugehörigen (Un-)Taten, trauen kann und diese Personen am Ende wählt. Lass Dich nicht blenden von schönen Formulierungen mit leeren Inhalten. Wir müssen einen langen Atem haben, um überhaupt noch atmen zu können.

 

Ich mache mal den Anfang, denn ein bisschen Philosofie schadet nie :)

 

 

 

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