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Wer hat an der Uhr gedreht?

by Marie Schwarz

 

 

 

»Liebst du das Leben? Dann vergeude keine Zeit, denn daraus besteht das Leben.«

(Benjamin Franklin)

 

Und plötzlich ist Winterzeit. Das ist halt so. Naja, nicht ganz. Früher gab es die zwei verschiedenen Zeiteinteilungen in Sommer und Winter nicht. Erst seit 1980 wird bei uns in Deutschland die Uhr regelmäßig umgestellt und seit 1996 ist es jeweils der letzte Sonntag im März sowie der letzte Sonntag im Oktober. Doch warum dieses Theater? Schadet die ständige Umstellung unserem Organismus? Wenn die Zeit nun tatsächlich ab 2021 nicht mehr umgestellt werden soll, auf welche soll man sich dann einigen? Gibt es irgendwelche Forschungen zu beachten? In diesem Beitrag möchte ich dir ein paar staubfreie Fakten liefern, damit du nicht gscheit bei andren daherreden kannst, sondern etwas über deinen Körper sowie deine Psyche lernst und in Zukunft mit Umstellungen wie diesen besser umgehen kannst.

 

Wer hat an der Uhr gedreht? Egal, ob Sommer- oder Winterzeit, jedes Mal frage ich mich wieder, wie es sein kann, dass irgendwer darüber entscheiden darf, wann ich aufzustehen habe und wann nicht. Da mein Geburtstag schon sehr häufig auf den Tag der Zeitumstellung gefallen ist, habe ich mir darüber natürlich viele Gedanken gemacht. Ich konnte zwar immer eine Stunde länger feiern, doch die Tage danach habe ich mich nie wirklich erholter gefühlt, sondern eher total aus dem Konzept gebracht und zudem noch richtig müde. Dieser Eindruck hat mich die letzten drei Jahrzehnte wohl nicht getäuscht. Forscher berichten sogar, dass sich ein Schlaf-Wach-Rhythmus, der sich nicht nach der Sonne, der Jahreszeit und den Bedürfnissen des Körpers richtet, dumm, unkonzentriert und krank mache.

Letzteres habe ich bereits bei mir selbst feststellen müssen. Da ich nämlich zu den Eulentypen und nicht zu den Lerchen gehöre, war es für mich schon immer ein Problem, wenn mir plötzlich eine Stunde Schlaf im Frühjahr gefehlt hatte. Es fühlt sich jedes Mal wie ein Jetlag an. Gerade Hochsensible und allgemein empfindliche Menschen haben mit dieser Veränderung zwei mal im Jahr wirklich ein paar Wochen zu kämpfen. Nicht nur die Umstellung auf die Sommerzeit macht Probleme. In meinem Fall ist es so, dass auch zu viel Erholung schnell zu einer Migräneattacke führen kann und so brauche ich auch im Winter erst einige Wochen, bis ich mich an die neue Zeit gewöhnt habe. Es ist Forschern auch allgemein bekannt, dass es Menschen gibt, die auf die Umstellung sehr sensibel reagieren und welche, denen das gar nichts ausmacht. Sie gewöhnen sich meist innerhalb weniger Tage an den neuen Biorhythmus. Klasse!

Erstaunlich, denn jeder Mensch hat gewisse Kernzeiten am Tag, in denen er sehr produktiv und im Gegensatz auch sehr lazy ist. Auch diese kommen durch die Zeitumstellung, die eigentlich Uhrumstellung genannt werden müsste, durcheinander.

Besonders bei der Umstellung zur Winterzeit merkt man nämlich, dass es plötzlich eine Stunde früher dunkel ist und genau das Einsetzen der Dunkelheit führt zu einer vermehrten Ausschüttung des Botenstoffs Melatonin. Dieses Hormon ist der Grund unserer täglichen Müdigkeit. Ist es an seinem Höchstpunkt, befinden wir uns im Tiefschlaf. Es sinkt wieder ab, sobald es hell wird und unser Körper wird wach. Wenn die Sonne dann allerdings eine Stunde später aufgeht, macht das einen riesigen Unterschied für manche.

Besser wäre es sowieso, wenn jeder sich seinen perfekten Arbeitstag schaffen könnte und die "flexiblen Arbeitszeiten" nicht nur in der Stellenausschreibung stehen würden, sondern sich die Arbeitgeber hierbei auch wirklich an die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter anpassen, doch das ist wieder ein ganz anderes Thema.

 

Zurück zu den gesundheitlichen Folgen. Studien aus England und auch Deutschland belegen mittlerweile, dass es eine erhöhte Herzinfarktrate in den ersten drei Tagen nach der Umstellung auf die Sommerzeit gibt und außerdem einen Zusammenhang zu Depressionen, Selbstmordfällen und Verkehrsunfällen. Auch der Kreislauf, Magen und Darm, der Leberstoffwechsel (in meinem Fall sehr wichtig), der Blutdruck und auch die Körpertemperatur kann von dieser Umstellung betroffen sein.

 

Es macht also überhaupt keinen Sinn, sich mit anderen Menschen darüber zu streiten, ob die Zeitumstellung nun krank mache oder nicht oder sich auf den jeweiligen Rhythmus auswirke oder nicht, da eh jeder anders ist und andere Befindlichkeiten aufweist. Lasst uns aber gerne darüber sprechen, was man tun kann, um den negativen Auswirkungen entgegenzuwirken und auch, welche Zeit dauerhaft die bessere wäre.

 

Da ich meine Probleme zur Zeitumstellung vor einigen Jahren analysiert habe, beuge ich dem krassen Wechsel meist vor und beginne schon eine Woche zuvor, mich auf die Umstellung vorzubereiten. Das ist natürlich etwas leichter getan als gesagt, wenn man selbstständig ist, doch auch Angestellte könnten versuchen, z.B. ein paar Tage zuvor eher ins Bett zu gehen und auch die üblichen Routinen des Tages etwas vorzuziehen. Doch auch die Nacharbeit ist ebenso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger.

Jeder sollte wirklich auf seinen eigenen Körper hören und sich nicht mit anderen vergleichen. Es ist deutlich besser, sich dafür ein paar Tage Zeit zu nehmen, als es zu ignorieren und im schlimmsten Fall Depressionen, Burnout oder andere psychischen und auch physischen Erkrankungen zu riskieren.

 

Und welche Zeit soll nun bleiben, wenn die Zeitumstellung abgeschafft wird?

Der Großteil der Deutschen wünscht sich die dauerhafte Sommerzeit. Ich halte mal sowas von dagegen und schließe mich an das Winterzeit-Lager an. Da in Europa zukünftig – so ist der Stand momentan – höchstwahrscheinlich jedes Land selbst entscheiden kann, welche Zeit es beibehält, wird es eh ein riesiges Chaos geben. So ist es auch im kleinen Kreis gesehen besser, wenn jeder einfach seine eigene Meinung hat, da ja auch jeder seine eigenen Erfahrungen damit machen muss. Eines muss ich aber unbedingt noch loswerden. Gerade Kinder würden unter der Umstellung auf die dauerhafte Sommerzeit sehr leiden, da sie ganze acht Wochen lang länger im Dunkeln zur Schule laufen müssten. Das wirkt sich übrigens auch auf die Konzentration der Schüler aus. Nach wem sollten wir uns denn richten, wenn nicht nach den Kindern? Wer übernimmt dafür die Verantwortung? Ein wichtiger Punkt finde ich.

 

Egal, wie du dich entscheidest, pass auf dich auf, lass dich nicht aus der Ruhe bringen und carpe diem.

Hab morgen einen guten Wochenstart und immer schön achtsam mit dir bleiben. Dein Lifecoach Marie  ;)

 

PS: Hier noch eines meiner Gedichte, welches ich vor 3 Jahren zum Thema Zeit verfasst habe:

 

UMGESTELLT AUF ZEIT
by Marie Schwarz

»Verbunden. Augen auf. Und ab ins Nest. Sicher geborgen. Heiterkeit im Herzen. Schmerzfrei. Bunte Welt. Weit und schnell. Ruhige Seelen wiegen sich im Wind. Eilen nicht und frieren. Nicht zu imitieren. Limitierte Auflage. Gut gelegen und recht verdient. Bleib stehen. Zeit zurück. Stillstand.«

#mygedicht

T-Shirt Mindset Spruch Zitat Marie Schwarz Möge die Disziplin mit dir sein

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5 BELIEBTE BLOGBEITRÄGE




»Viele würden gern ein einfacheres Leben führen, wenn der Weg dahin nicht so kompliziert wäre.«

(Justus Jonas, Humanist)

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