Alkohol fasten


by Marie Schwarz

Lesezeit: 10 Min.

 

 

 

 

 

"Verzicht nimmt nicht. Verzicht gibt. Er gibt die unerschöpfliche Kraft des Einfachen."

 

Martin Heidegger

 

 

Fasten liegt im Trend. Normalerweise mag ich keine Trends und Hypes, aber Fasten ist etwas Sinnvolles, das ich jedem ans Herz legen würde. Es gibt immer etwas, auf was man durchaus mal 40 Tage lang verzichten kann. Fleisch, das Auto, Fernsehen, das Handy, Kaffee, Alkohol, Rauchen, Games, Social Media oder Süßigkeiten zum Beispiel. 2018 hatte ich auf mein Smartphone verzichtet und es für die Fastenzeit verbannt. (Hier geht's zum Blogbeitrag: Fastenzeit – Fast nur Zeit für mich)

Ich werde dieses Jahr vom 26.02.20 – 09.04.20 auf Zucker verzichten. Da die Sonntage vom Fasten ausgenommen sind, kann es trotzdem sein, dass ich mir an diesen Festtagen mal ein Stück Kuchen gönne. Ich bin nämlich immer dafür, dass man sich zwar streng an seine Vorhaben hält, doch auch kleine Motivationscheckpoints miteinbaut, um sich selbst bei Laune zu halten. Man muss sich auch nicht unnötig quälen. Besonders, wenn man eh nicht religiös ist. Der Sinn dahinter soll sein, seinen Körper sowie seine Seele zu reinigen, und bewusst zu reflektieren. Jeder von uns hat unterschiedliche Tagesabläufe und Challenges im Leben zu meistern. Deshalb würde ich mir nur etwas vornehmen, was auch wirklich umsetzbar ist und mir nicht gesundheitlich schadet. Im Optimalfall hätten wir zur Fastenzeit nämlich alle frei, um uns an die geringere Energieversorgung (hier am Beispiel Essen) und vielleicht auch die Entzugserscheinungen anpassen zu können, ohne, dass der Körper gestresst wird. Also such dir etwas, was dir zwar schwer fällt, aber worauf du gesundheitlich gesehen verzichten kannst, ohne umzukippen. Alkohol bietet sich in dem Fall für fast jeden an. Wird übrigens, rein religiös betrachtet, auch von streng Gläubigen so gehandhabt.

 

Alkoholfasten lohnt sich für jeden einzelnen Menschen.

Es gibt Leute, die behaupten, dass sie solch eine Fastenzeit gar nicht nötig hätten, da sie nur gelegentlich trinken. Mag sein, dass sie das denken, doch medizinisch gesehen, macht es für jeden einzelnen Menschen Sinn, eine Zeit lang – besser für immer – auf Alkohol zu verzichten. Auch wenn manche Stimmen behaupten, dass Alkohol in geringen Mengen gesund sei, überwiegen doch die Nachteile von Alkoholkonsum. Ethanol ist und bleibt ein Zellgift, welches unserem Körper mehr Schaden als Nutzen bringt. Punkt. Keiner behauptet, dass man auch nach der Fastenzeit für immer alkoholfrei leben muss. Wer sich allerdings von den positiven Effekten der Abstinenz überzeugen möchte, wird im Anschluss an die Fastenzeit vielleicht ganz von selbst alkoholfrei leben. Ein Versuch ist es allemal wert.

 

Ich selbst trinke schon seit mehreren Jahren nicht mehr, doch habe mich in der Vergangenheit bereits an eine Fastenzeit ohne Alkohol gehalten. Das war damals zugegebenermaßen eine Herausforderung für mich, weil mein soziales Umfeld zu 90% aus Trinkern bestand – doch ich hab es gepackt! Vor Konsequenzen wie Verlust von Sozialkontakten durch Alkoholfasten fürchte ich mich heute nicht mehr. Mehr Sorgen macht mir die Isolierung durch unkontrollierten Konsum. Diesen und weitere 30 gute Gründe habe ich in meinem zweiten Buch "Ausgetrunken – 31 Gründe für ein Leben ohne Alkohol" festgehalten und näher ausgeführt. Auch, wenn du selbst kein Alkoholproblem haben solltest, kann ich dir dieses Buch wirklich ans Herz legen, um den eigenen Horizont ein bisschen zu erweitern und auch, um vielleicht anderen immer wieder ein entscheidendes Argument in schwachen Momenten bieten zu können.

 

EIN BLICK IN DIE EIGENE SEELE UND DER WAHRHEIT INS GESICHT, IST VIEL HEILSAMER ALS EIN BLICK INS GLAS. Wer schon bei dem Gedanken an Alkoholverzicht feuchte Hände bekommt, sollte sich diesen Satz wirklich zu Herzen nehmen und einmal tief in sich reininhören, warum das so ist. Jede Art von Sucht ist nämlich ein Zeichen eines Seelenproblems. Es gibt eigentlich keinen Missbrauch von Drogen ohne eine Ursache dieses Verhaltens. Wer sich von seinen Problemen bewusst ablenken möchte und sich lieber betäubt, als bei vollem Bewusstsein zu sein, der scheint tief sitzenden Ballast mit sich herumzutragen. Gerade aus diesem Grund kann ich empfehlen, sich von allen möglichen Drogen – zumindest mal versuchsweise – zu distanzieren, um im wahrsten Sinne des Wortes einen klaren Kopf zu bekommen. Wer sich dauernd gleich verhält und trotzdem sagt, dass alles kein Problem sei, der hat mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit bereits ein meist noch viel größeres Problem als angenommen.

 

Wir sind Meister darin, uns selbst zu belügen. 

An diesem Punkt muss man wirklich ehrlich zu sich selbst sein, und sich selbst keine Ausrede durchgehen lassen. Ich kenne das aus eigener Erfahrung sehr gut! Nehmen wir das Beispiel Zucker nochmal: Ich sage mir auch heute noch häufig, dass ich ganz leicht darauf verzichten kann, da ich es bereits mal für mehrere Wochen getan habe. Doch nun? Ich esse Zucker und das obwohl ich weiß, dass er meinem Körper schadet. Egal ob ich den Konsum reduziert habe oder keinen raffinierten Zucker mehr verwende, der Fakt, dass ich ihn immer noch esse, ist existent. Deshalb bin ich in dieser Angelegenheit ganz ehrlich zu mir selbst. Ich habe das Problem beleuchtet, es erkannt und akzeptiert. Die Fastenzeit ist quasi nur der Startpunkt, an dem ich mich bereit dazu fühle, meinen Verzicht auch endlich durchzuhalten. Irgendwie motiviert mich der Gedanke, dass zur selben Zeit wie ich noch viele andere Menschen auf irgendetwas verzichten und sich in ihrer Disziplin üben. Genau die ist entscheidend, um die Fastenzeit oder allgemein andere Vorhaben im Leben langfristig zu meistern.

 

Disziplin ist messbar.

Wer nur will, wird nicht automatisch diszipliniert. Deine Disziplin kannst du anhand deines persönlichen Erfolgs messen. Dieser hat für mich nichts mit anderen Menschen oder Geld zu tun, sondern einzig und allein mit meiner eigenen Zufriedenheit. Erst, wenn ich mich im Spiegel ansehen und behaupten kann, dass ich das erreicht habe, was ich mir vorgenommen hatte, bin ich zufrieden und treffe solch eine Aussage.

Ich habe mir meine eigene Disziplin schon in so vielen Dingen bewiesen, dass ich mir sicher bin, auch den Zuckerverzicht zu meistern. Wie sieht es bei dir aus? Schaffst du es, 40 Tage lang auf Alkohol zu verzichten?

Wenn deine innere Stimme gerade laut "JA" gerufen hat, dann herzlichen Glückwunsch! Du wirst eine deutliche, körperliche Veränderung feststellen und dich insgesamt viel wohler in deiner Haut fühlen. Vorsicht nur, dass du dir keine Ersatzdroge zulegst. Das ist leider ein Trick, mit dem wir uns selbst gerne täuschen. Während du also auf Alkohol verzichtest, trink nicht die doppelte Menge Kaffee oder iss mehr. Das ist wie gesagt nicht Sinn und Zweck. Wichtig ist, dass du dir selbst näher kommst und dich nicht mehr davon ablenkst. Die perfekte Stütze dabei ist mein Buch "Ausgetrunken" Mit diesem bekommst du zumindest 31 Tage lang jeden Tag einen Grund mit an die Hand, warum du es für die Zeit – oder auch darüber hinaus – bleiben lassen solltest, nochmal zur Flasche zu greifen. Die restlichen neun Tage schaffst du alleine, bzw. kannst du dir in dieser Zeit, die für dich wichtigsten Gründe noch einmal zu Herzen nehmen. :) Eines wird dir dieses Buch auf jeden Fall nicht, und zwar schaden. Ganz im Gegenteil. Das Feedback bisher ist sehr positiv. Lies doch hier mal, was andere dazu sagen.

 

Ich wünsche dir bereits jetzt viel Erfolg und gutes Durchhalten. #mögediedisziplinmitdirsein

 

 

Marie

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